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Goethe Schüler erfolgreich beim Wettbewerb “Jugend Testet”

Wir, das sind Laurien Simon Wüst, Sarah von Holtum, Tim Wolff, Marcel Lehrian, Simon Zotz und Sebastian Kadel (alle aus der Klasse 10c) haben im Schuljahr 2008/09 an dem Wettbewerb „Jugend testet“ mit dem Thema „Werden unterschiedliche gastronomische Angebote den verschiedenen gesellschaftlichen Gruppen gerecht?“ teilgenommen. … http://leipzig-seiten.de/images/stories/jugend_testet.jpg

Seit einigen Jahren veranstaltet die Stiftung Warentest den Wettbewerb „Jugend testet“. Bei diesem Wettbewerb sollen Jugendliche selbst kreativ werden, ob in der Gruppe oder alleine spielt dabei keine Rolle. Es kann alles getestet werden, was den Jugendlichen in den Sinn kommt. Auch die Auswertungsmethoden müssen selbst bestimmt werden. Gefordert sind maximal zehn DIN A4-Seiten.

Bevor wir aber unseren Test vorstellen, wollen wir erst einmal kurz darlegen, wie wir auf diesen Wettbewerb gestoßen sind. …  Die Idee an einem Wettbewerb teilzunehmen ist in der Schule entstanden. Zunächst ging es erst einmal um die Frage, ob wir überhaupt an einem Wettbewerb teilnehmen. Das Interesse war zwar gleich am Anfang groß, aber nachdem jedem klar wurde, wie viel Arbeit so ein Wettbewerb macht, gab es nur noch wenige, die bereit waren, sich hier auch wirklich zu engagieren. Wir haben uns dann zu einer Gruppe zusammen geschlossen und recherchierten im Internet nach aktuellen Wettbewerben. Dabei sind wir auch auf „Jugend testet“ der Stiftung Wahrentest gestoßen. Wir haben uns die Internetseite angeschaut, das Video sowie Testberichte der Gewinner der letzten Jahre. Die Idee, selbst etwas zu testen, hat uns sofort begeistert. Doch was sollten wir testen? Was könnte interessant sein und neue Erkenntnisse liefern?

Bei der Suche nach einem Thema ist uns folgende Situation eingefallen: Die Familie möchte essen gehen. Die Kinder wollen lieber ins Fast Food Restaurant mit den tollen Spielsachen und dem schnellen Essen, die Eltern in ein modernes Restaurant wie z.B. den Chinesen an der Ecke, der einfach mal eine andere, exotische Kost bietet, Opa und Oma wollen aber lieber in das Bauernstübchen, indem sie schon früher, als sie noch jung und knackig waren, gespeist haben. Dazu kommt vielleicht noch, dass Opa im Rollstuhl sitzt und somit auch auf bestimmte sanitäre Anlagen angewiesen ist. Eine Situation, wie sie wohl jeder schon einmal erlebt hat.

Aber ist es wirklich so, dass McDonald’s und Co. nur für die jüngere Generation geeignet sind? Gibt es beim Bauernstübchen von nebenan vielleicht doch besondere Angebote, die Kinder locken? Ist vielleicht der Chinese besser im Bereich der sanitären Anlagen ausgestattet als das Bauernstübchen nebenan? Diesen Fragen einmal nachzugehen fanden wir einen für den Wettbewerb lohnenden Untersuchungsgegenstand.

Da wir selbst gerne Essen gehen und auch alle Geschwister haben, wissen wir nur zu gut, wovon wir sprechen. Nach ersten Überlegungen und Recherchen nahm die Idee dann Gestalt an. Aus den oben genannten Fragen ergab sich unsere sogenannte Forscherfrage, die uns während unserem Testprojekt durchgehend begleitet hat: Werden unterschiedliche gastronomische Angebote den verschiedenen gesellschaftlichen Gruppen (Jugendliche, Familien, Senioren) gerecht?

Nun überlegten wir, wie wir vorgehen. Wir beschlossen insgesamt sechs Restaurants auf verschiedene Kriterien zu testen, wie z. B. Service, Angebot, Infrastruktur usw. Im Anschluss erarbeiteten wir uns ein kurzes Konzept und dann war klar: „Jugend testet“ wir kommen!

Methode

Die Familie möchte essen gehen, doch die Bedürfnisse und Wünsche der Kinder, Eltern und Großeltern sind ganz unterschiedlich. Um herauszufinden, welche Restaurants den meisten Bedürfnissen entsprechen, wählten wir sechs unterschiedliche Restaurants für unseren Test aus. Dann überlegten wir uns Kriterien nach denen wir bewerten konnten und legten fest, wie wir bewerten wollten. Nach der Erarbeitung unseres Bewertungsbogens führten wir im Zeitraum von fünf Wochen die Tests der Restaurants durch. Die Auswertung gestaltete sich komplexer und aufwändiger als erwartet.

Zum einen konnten wir nicht alle Kriterien gleich bewerten, zum anderen erkannten wir, dass die Kriterien je nach Zielgruppe eine unterschiedliche Bedeutung haben. Wir entschieden uns daher für die Unterscheidung zwischen drei Zielgruppen: 1. Ältere Menschen (Rentner), auf einen Rollstuhl angewiesene Menschen, 2. Familien mit Kindern, 3. Singles, Jugendliche, jüngere Generation (U40 ohne Kinder). Die Ergebnisse wurden entsprechend der Relevanz des Kriteriums für die jeweilige Zielgruppe anders gewichtet. Daraus ergab sich für jedes Restaurant eine Gesamtnote in der jeweiligen Zielgruppe. Es wurden 18 Bewertungen erstellt. Die Gesamttestnote ergab sich dann aus einer zielgruppenübergreifenden Bewertung.

Ergebnis

Der Testsieger ist McDonald’s mit der Note 1,88 dicht gefolgt von Sams & More (1,9) und dem China Restaurant Pavillon(1,92). Darauf folgen Blauer Aff (2,02) und das Café-Bistro Klostergarten (2,2). Den letzten Platz belegt das Fast Food Restaurant Subway (2,49). In den verschiedenen Altersgruppen haben die Restaurants jedoch unterschiedlich abgeschnitten.

Das McDonald’s bei der Zielgruppe Rentner besser als der Blaue Aff abschneidet hat uns sehr überrascht. Positiv zu erwähnen ist, dass McDonald’s und das Café-Bistro Klostergarten die einzigen Restaurants mit Behindertentoilette waren. Allerdings haben damit vier der getesteten Restaurants keine geeignete Ausstattung. Daher verwundert es nicht, dass die Schwachstelle der Restaurants durchschnittlich gesehen die sanitären Anlagen waren.

Bei der Zielgruppe Familie mit Kindern war es zwar nicht überraschend, dass McDonald’s am besten abschneidet, doch war es interessant zu sehen, dass McDonald’s mit großem Vorsprung gewann. Bei dieser Zielgruppe lagen die Noten nicht so nah beieinander wie bei den anderen Zielgruppen. Außerdem war auch überraschend, dass der Blauer Aff den zweiten Rang belegte. Dies zeigt, dass auch die urigen und traditionellen Restaurants mit attraktiven Angeboten für Familien mit Kindern werben. Es ist interessant zu sehen, dass nicht jedes Fast Food Restaurant auch für Familien mit Kindern geeignet ist. So schnitt Subway am schlechtesten ab. Enttäuschend fanden wir, dass McDonald’s das einzige Restaurant mit Wickeltisch war.

Die besten Noten ließen sich bei der Zielgruppe Jugendliche und Singles verbuchen. Überraschend war jedoch, dass der Blaue Aff dabei den 3. Platz belegte. Auf den ersten Blick hatten wir diese Attraktivität für die jüngere Generation nicht vermutet.

Im Großen und Ganzen waren wir von dem Test und den Ergebnissen positiv überrascht, denn bei den einzelnen Zielgruppen gab es keine schlechtere Note als 3,0. Dennoch sind wir der Meinung, dass die Restaurants in Zukunft genauer überlegen müssen, wie sie ihr Angebot an die Veränderung in unserer Gesellschaft anpassen können. Denn in der Zukunft wird es immer mehr ältere Menschen geben, die andere Bedürfnisse haben: von der Schriftgröße auf der Speisekarte, über die Erreichbarkeit der sanitären Anlagen bis hin zum Angebot an Speisen und Getränken.

Fazit

Auch wenn wir nicht unter die ersten drei Preisträger gekommen sind, haben wir es aber doch unter die besten 10 % aller eingesendeten Arbeit geschafft. Nach Auskunft der Jury hat unsere Arbeit „durch ihren Ideenreichtum und die kritische Vorgehensweise sehr beeindruckt“. Belohnt wurde jedes Teammitglied mit einer Urkunde und einem Jahresabonnement der Zeitschrift „Test“. Das wichtigste aber ist, dass wir selbst durch die Erarbeitung des Wettbewerbsbeitrags viel gelernt haben. Für uns hat sich die Teilnahme auf jeden Fall gelohnt.

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